Was wir anbieten

So unterschiedlich die Frauen sind, die sexualisierte Gewalt in ihrer Kindheit oder Jugend erleben mussten, und so vielschichtig das Thema ist, so verschieden sind auch die Beratungsanliegen, die an uns heran getragen werden. Wir unterscheiden im Bereich der persönlichen Beratung in:

  • Erstgespräche
  • Krisengespräche
  • Überbrückungsangebote
  • Fortlaufende Beratungsangebote
  • Hilfestellung bei Anträgen auf Leistungen nach dem OEG und dem Fonds Sexueller Missbrauch
Bild Beratung

Erstgespräche

In Erstgesprächen wird zunächst geklärt, welches Anliegen die Ratsuchende mitbringt. Einige Frauen haben konkrete themenspezifische Fragestellungen oder benötigen Adressen von Therapeutinnen, Kliniken oder Rechtsanwältinnen, die sich mit dem Thema auskennen. Andere Frauen interessieren sich für die Angebote von Wildwasser Bielefeld e.V.. Es wenden sich auch Frauen an uns, die eine vage Erinnerung an einen erlebten Missbrauch haben und für sich Klarheit finden wollen.
Auch Angehörige, die mit eigenen Gefühlen der Hilflosigkeit konfrontiert sind oder erfahren möchten, wie sie im konkreten Kontakt mit der Betroffenen eine angemessene Unterstützung bieten können, suchen Beratung bei Wildwasser Bielefeld. Wir sehen es als wichtige Aufgabe an, auch das Umfeld zu unterstützen und gemeinsam nach ädaquaten Lösungsschritten und hilfreichen Vorgehensweisen zu suchen.

Krisengespräche

In Krisengesprächen geht es vor allem darum, mit den Frauen zu erarbeiten, wie sie sich aktuell in ihrem Alltag wieder stabilisieren können. Oftmals sind vorhandene Ressourcen und Kompetenzen in der krisenhaften Situation nicht zugänglich oder anwendbar. Hilfreich ist es dann, diese „verschütteten“ Fähigkeiten und Quellen wieder zu aktivieren. Oft sind die Krisengespräche sehr kurzfristig erforderlich, so dass wir versuchen, möglichst zeitnah einen Termin anzubieten. Darüber hinaus überlegen wir mit ihr gemeinsam, auf welche sozialen Netze sie evtl. zusätzlich zurückgreifen kann.

Überbrückungsangebote

Die Wartezeiten bei niedergelassenen psychologischen Psychotherapeutinnen, die über die Krankenkassen abrechnen können, oder auf Klinikplätze liegen oft bei mehreren Monaten. Die Entscheidung, eine Therapie zu beginnen wird jedoch zumeist aufgrund eines hohen Leidensdruckes getroffen, so dass die Frauen nicht Monate warten können oder wollen. Diese „Lücke“ versuchen wir zu füllen, indem wir die Möglichkeit bieten, bis zum Beginn der Therapie entlastende Gespräche zu führen und Möglichkeiten zur Stabilisierung zu erarbeiten.

Fortlaufende Beratungsangebote

Es gibt auch Frauen, die sich explizit für eine fortlaufende Beratung/Therapie bei Wildwasser entscheiden. Denn nicht jede Frau möchte, dass ihre lebensgeschichtlichen Daten dokumentiert und an Krankenkassen oder Rentenversicherungsträger weitergegeben werden. Ebenso lehnen viele Frauen es ab, dass ihr Verhalten und Erleben als psychiatrische Diagnose beschrieben werden muss, um eine Kostenübernahme zu gewährleisten und sie keinen oder wenig Einfluss auf dieses Procedere nehmen können. Alle Mitarbeiterinnen, die in diesem Bereich tätig sind, haben therapeutische Zusatzausbildungen und die Qualität der Arbeit wird durch Supervision und regelmäßige Fort- und Weiterbildungen gewährleistet.

Hilfestellung bei Anträgen auf Leistungen nach dem OEG und dem Fonds Sexueller Missbrauch

Wildwasser bietet Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen nach dem Opfer-Entschädigungs-Gesetz (OEG) und dem Fonds Sexueller Missbrauch (FSM). Wer in Deutschland Opfer einer Gewalttat geworden ist und durch die Straftat gesundheitliche Schäden entwickelt hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen nach dem OEG erhalten. Wildwasser Bielefeld e.V. bietet individuelle Beratung und Begleitung bei der Antragsstellung an.

Seit dem 1. Mai 2013 ist es außerdem möglich über den FSM Sachleistungen, wie Therapie, medizinische Leistungen oder auch Qualifizierungsmaßnahmen bis zu 10.000 Euro pro Person zu beantragen. Der Fond sieht insbesondere solche Hilfen vor, die von anderen Kassen und Hilfesystemen nicht getragen werden. Geschulte Mitarbeiterinnen können offene Fragen beantworten und bei dem Bearbeiten des Antrags unterstützend zur Seite stehen. Mehr Informationen zum OEG finden Sie hier. Mehr Infos zum FSM finden Sie hier.